Willkommen auf der Wettbewerbsseite des Landesverbandes Soziokultur Sachsen!
Wir stellen Euch hier unseren Wettbewerb „Heimat (er-)finden!“ vor, an dem Ihr Euch mit Euren Ideen und kreativen Arbeitsergebnissen beteiligen könnt. „Heimat (er-)finden!" ist eine Initiative des Landesverbandes Soziokultur Sachsen in Verbindung mit dem Sächsischen Landesjugendamt.
Unsere Zielgruppe sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum vollendeten 27. Lebensjahr. Bis zum 10. November 2009 könnt Ihr Eure Beiträge einschicken und uns Eure Sicht auf die Heimat zeigen. Wie sieht sie aus, wie fühlt sie sich an, was könnte man anders oder besser machen? All das interessiert uns! Näheres dazu findet Ihr in der Ausschreibung. Mehr Infos - hier im Flyer zum Download.
Habt Ihr Fragen oder sucht Ihr Rat, dann ruft uns einfach an oder sendet uns eine Mail an heimat@soziokultur-sachsen.de! Wir freuen uns auf Euch !
Aktuelles
Alle Preise sind vergeben - "Heimat 2009" ist abgeschlossen
Mit einer feierlichen Veranstaltung im Parkhotel Weißer Hirsch in Dresden ging am 5. Dezember 2009 der diesjährige Kinder- und Jugendwettbewerb zum Thema Heimat und Werte zu Ende. Preise im Gesamtwert von 14.000 € wurden an Kinder, Jugendliche bzw. die mit ihnen gemeinsam tätig gewordenen gemeinnützigen Organisationen vergeben. Hauptpreisträger waren junge Menschen rund um das Kinder- und Jugendhilfswerk Huflattich in Venusberg, die mit dem Vorhaben "Heimatsocken" überzeugten. Der Sonderpreis der Schirmherrin, Staatsministerin Christine Clauß, ging nach Leipzig an den Verein Buchkinder, die sich mit einer interkulturellen Tagebuchinitiative beworben hatten. In Kürze werden wir hier alle Preisträger und die dazugehörigen Laudationes veröffentlichen.
Termin der Preisverleihung steht fest!
Das große Finale unseres Wettbewerbs, zu dem wir alle, die sich am Wettbewerb beteiligt haben oder einfach neugierig auf die Ergebnisse sind, herzlich einladen, wird am 5. Dezember 2009 ab 14 Uhr im Parkhotel Weißer Hirsch, Bautzner Landstraße 7 in 01324 Dresden stattfinden. Zusammen mit unserer Schirmherrin, Frau Staatsministerin Christine Clauß, werden wir die Prämierung der besten Einsendungen vornehmen und einen schönen, auch kulinarisch interessanten Nachmittag an einem wunderbaren Ort genießen können. Die Teilnahme lohnt sich also in jedem Falle! Wer sich den Veranstaltungsort schon einmal ansehen möchte, kann dies virtuell gern tun: www.parkhotel-dresden.de. Wir freuen uns sehr auf die Begegnung mit Euch und Ihnen!
Meldungen vom Wettbewerb 2008
Am 6. Dezember 2008 fand unsere große Preisverleihungsveranstaltung im GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau statt.
Zwanzig kreative Ideen und Produkte deren Spektrum von medialer Bild- und Tonkunst über phantasievolle Plastiken bis hin zur aktiven räumlichen Gestaltung in einzelnen Regionen reichte, erhielten an diesem Tag hohe Auszeichnungen. Die zwei Hauptpreise waren mit je 4.000 € dotiert. Die Schirmherrin des Wettbewerbs, die Sächsische Staatsministerin für Soziales, Christine Ursula Clauß (CDU), verlieh einen mit 3.000 € dotierten Sonderpreis an die Zukunftswerkstatt des Projektes „Die 3. Stadt“ aus Hoyerswerda und hielt ein
Grußwort.
06.12.2008 - Preisverleihung zum Sächsischen Kinder- und Jugendwettbewerb „Heimat (er-)finden!“ in den Deutschen Werkstätten Hellerau
Grußwort von Staatsministerin Christine Ursula Clauß
Liebe Kinder und Jugendliche,
sehr geehrte Damen und Herren,
ich begrüße euch und Sie ganz herzlich zur Preisverleihung des Wettbewerbs »Heimat (er)finden!«
Warum soll man Heimat erfinden? Ist Heimat nicht etwas, was man selbstverständlich hat? Ist nicht gerade jetzt, in der Vorweihnachtszeit, dieses Heimat-Gefühl ganz selbstverständlich? So mit Weihnachtsmärkten und Stollen und Pfefferkuchen? Mit Lichterbögen, Kerzen, vertrauten Gerüchen und Vorfreude auf Geschenke? Weihnachtsland - Heimatland - kommt dieses Gefühl nicht automatisch? Und wenn dieses Heimatgefühl automatisch kommt, wozu braucht es dann einen solchen Preis?
Oder ist Heimatgefühl vielleicht sogar etwas hoffnungslos Altmodisches, ein Gefühl, mit dem junge Menschen wie Ihr gar nichts mehr anfangen könnt?
Kann jemand, der sich als »Europäer mit Leib und Seele« bezeichnet, ein ebenso inniges Verhältnis zu seiner Heimat haben? Weltbürger und Heimatdorf - passt das zusammen?
Oder kann man heutzutage nur dann optimistisch nach vorne schauen, wenn man beides hat, die Wurzeln im Großen und die Wurzeln im Kleinen?
»Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat besitzen.« Diesen Satz hat Theodor Fontane nach einem langen Auslandsaufenthalt aufgeschrieben, und vielleicht haben einige von Euch auch schon diese Erfahrung gemacht. Die meisten von uns Älteren kennen das Gefühl ganz sicher, wie anregend und aufregend eine neue Umgebung sein und wie sehr man sich trotzdem nach zu Hause sehnen kann.
Heimat sind die Menschen, mit denen wir leben, und die, die das Leben hier prägen: Künstler, Wissenschaftler, Unternehmer, Erfinder und Politiker, aber auch unsere Nachbarn, unsere Familie, unsere Freunde.
Heimat sind die Erlebnisse, die wir in unserer Kinderzeit hatten. Heimat sind Gerüche und Heimat ist Geschmack. Ich kenne viele, die heute nicht mehr hier leben und schon lange woanders ihre Heimat gefunden haben, die sich aber ganz regelmäßig ihren Senf und ihren Stollen und ihr Pflaumenmus vor hier mitnehmen, weil es eben nach Heimat schmeckt. Heimat ist also nichts, was man wirklich definieren kann. Heimat ist aber sehr wohl etwas, was man missbrauchen kann. Für manche ist Heimat nur das, was frei ist von allem Neuen und Fremden. Aber ich frage Euch: Kann das lebendige Heimat sein? Wenn wir alles immer nur so machen dürften, wie es schon immer gemacht wurde?
Wo wäre der Platz für neue Ideen? Wo der Platz für neue Nachbarn? Wo der Platz für ein tolerantes Miteinander? Wo wäre der Raum für Euch, für Eure Träume und Wünsche? Heimat ist - davon bin ich überzeugt - immer mehr als Tradition oder Herkunft. Heimat ist mehr als das Eigene, es ist auch die offene und tolerante Auseinandersetzung mit dem Fremden. Heimat ist mit der Frage verbunden, wo einer oder eine seinen Platz im Leben findet. Mir hat mal eine Freundin, die sehr viel unterwegs war, gesagt, sie trage immer ein Stück Heimat mit sich, deshalb könne sie überall zu Hause sein.
Diese Aussage hat mich an ein Buch erinnert, dass Ende der Neunziger erschienen ist. Es heißt: »Heimat ist etwas, was ich mache« und stammt von der Psychologin Beate Mitzscherlich. Sie schreibt in diesem Buch: »Die Wege, auf denen Menschen Heimat suchen, fliehen, vermeiden, vielleicht auch finden, sind genauso verschieden wie diese Menschen«. Und sie schreibt davon, dass Heimatgefühl immer eng mit dem eigenen Tun verbunden ist, also auch damit, was man in und für die eigene Heimat tut.
In diesem Sinne verstehe ich diesen Preis. Heimat heißt handeln und Verantwortung übernehmen für das, was vor der eigenen Haustür geschieht. Heimat heißt Zupacken, sich Einbringen und Neues entwickeln. Heimat ist eine Schnittstelle zwischen dem Gestern und dem Morgen, eine Schnittstelle, an der wir handeln und Zukunft gestalten können. »Heimat finden und Heimat erfinden« - darum ging es in diesem Wettbewerb, der Euch und Sie, liebe Kinder und Jugendliche, aufgefordert hat, eure Heimat mit Euren Ideen zu gestalten. Mehr als 500 Kinder und Jugendliche haben sich mit Ideen und Produkten am Wettbewerb beteiligt. Dass der Wettbewerb auf ein solch breites Echo stößt, hätten wir nicht erwartet - umso mehr freue ich mich darüber.
Ich freue mich, dass die besten Arbeiten heute nun noch einmal belohnt werden. Denn einmal wurden sie schon belohnt.
Jede und jeder, der sich an diesem Wettbewerb beteiligt hat, egal, ob er künstlerisch oder mit ganz ausgefallenen Mitteln an die Sache herangegangen ist, hat bereits wertvolle Entdeckungen für sich und für andere gemacht. Jede einzelne dieser Ideen ist wertvoll, weil sie etwas verändert hat: Vielleicht steht sie auch nur auf dem Papier, aber hier drinnen, in unseren Köpfen hat sie etwas verändert: sie hat unsere gemeinsame Heimat reicher gemacht!
Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei euch und bei Ihnen. Und in bedanke mich natürlich auch beim Landesverband Soziokultur Sachsen, der gemeinsam mit dem Landesjugendamt die Idee zu diesem Wettbewerb aus der Taufe gehoben hat.
Herr Knoblich, Frau Gaede und Herr Peter: Herzlichen Dank! Sie waren der Garant für die erfolgreiche Durchführung dieses Wettbewerbs und letztlich auch dafür, dass so viele gute Ideen eingesandt wurden.
So viel ich weiß, sind Sie durch die Vielzahl der Einsendungen manchmal auch ganz schön in die Enge getrieben wurden, weil Ihr Büro übervoll war mit Skizzen und Schreiben und Zeichnungen. Aber Sie haben die Zügel trotzdem fest in der Hand behalten. Auch die Entscheidung, wer denn letztlich gewinnt, war bei der großen Auswahl nicht leicht. Hier hat eine hervorragende Jury gute Arbeit geleistet, ich danke deshalb auch ganz herzlich all denen, die in der Jury saßen.
Liebe Kinder und Jugendliche,
das sächsische Sozialministerium hat diesen Wettbewerb sehr gern unterstützt. Deshalb haben wir auch einen Sonderpreis gestiftet, der mit einem Preisgeld von 3.000 Euro verbunden ist. Diesen Preis werde ich gleich an einen der besten Bewerber unter Euch übergeben. Vorher will aber Herr Knoblich vom Landesverband noch ein paar Worte sagen.
Liebe Ria Baumeister, lieber Christian Völker!
Sie beide stehen heute hier für insgesamt fünfundzwanzig junge Menschen aus Hoyerswerda. Das ist eine Stadt, die mit großen Problemen zu kämpfen hat. Die Wissenschaft nennt sie eine schrumpfende Stadt, die Presse weiß wenig Positives zu berichten. Diese Stadt sah einmal ganz anders aus, es gab Arbeit und viele Kinder. Das war Hoyerswerda 1. Heute ziehen viele weg, Häuser stehen leer und werden abgerissen, es fehlen die jungen Gesichter. Das ist Hoyerswerda 2. Kann eine solche Stadt Heimat sein? Sie haben eine überzeugende Antwort gegeben; Ja, sie kann!
Sie kann Heimat sein, wenn sich junge Menschen mit ihr auseinandersetzen und für sie einsetzen, so wie Sie es getan haben. Sie haben eine Vision, wie Hoyerswerda einmal aussehen kann, trotz aller Probleme. Ihre Vision heißt »Die 3. Stadt«. Sie haben sich intensiv mit Ihrer Stadt und ihren Möglichkeiten auseinandergesetzt, Sie haben Wege gezeigt und Wege gebaut. Sie haben Ihre Ideen eingebracht in das öffentliche Leben von Hoyerswerda und damit Anstöße gegeben und zum Mitmachen angeregt. Sie haben Heimat gestaltet und Zukunft gestiftet - im besten Sinne des Wortes.
Ich bin stolz darauf, Ihnen den Sonderpreis des sächsischen Sozialministeriums zu übergeben, und wünsche Ihnen und uns, dass Sie andere anstecken und selber weitermachen!
Der ebenfalls mit 3.000 € untersetzte Sonderpreis des Landesverbandes Soziokultur Sachsen wurde an die Initiatorinnen des Reisebuchs „24 Stunden Leipzig. Frei(t)räume. Ein Buch von Reisen in Übergängen“ überreicht. Die beiden Hauptpreise gingen nach Chemnitz an den Film „Der letzte Tanz“, eine Dokumentation über einen historischen Veranstaltungsort in Stollberg, sowie nach Großhennersdorf. Prämiert wurde dort die Idee eines interkulturellen Körperkunstprojektes „Tanz hoch 3“, entwickelt von Akteuren um das Begegnungszentrum im Dreieck e. V.
Der Landesverband plant eine Fortsetzung des Wettbewerbs, da sich mit der Beteiligung von über 500 Kindern und Jugendlichen eine große Resonanz abzeichnete.
Diese Homepage bleibt also aktiv und wird in der Folge zur Dokumentation des Wettbewerbs dienen, aber auch - sobald vorhanden - über unsere weiteren Planungen berichten!
Termin Preisverleihung
Am Samstag, den 6. Dezember 2008 von 14:00 bis 19.00 Uhr sind alle Wettbewerbsteilnehmenden zur feierlichen Preisverleihung in Dresden geladen. Veranstaltungsort ist das GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau, Moritzburger Weg 67 in 01109 Dresden-Hellerau. Ehrengast wird die Sächsische Staatsministerin für Soziales, Frau Christine Ursula Clauß, sein, die die Schirmherrschaft übernommen hat.
Beratungsveranstaltungen - Ein Resümee
Mit den Zielen, Interessierte und MultiplikatorInnen zielgenau zu beraten, die Thematik Heimat aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und den Austausch von Erfahrungen und Ideen anzuregen, fand jeweils im September und Oktober in Dresden und Leipzig ein Beratungstag zum Wettbewerb statt. Allgemeine und spezielle Fragen konnten geklärt sowie Wettbewerbsideen überprüft, überdacht, verworfen und weiterentwickelt werden. Die Teilnehmenden nahmen diese Gelegenheit sehr intensiv wahr. Sie signalisierten das Erlangen von mehr Sicherheit in der Herangehensweise an Wettbewerbsideen und Antragsstellung, was sie wiederum als kompetente AnsprechpartnerInnen für Ihre Einrichtungen und Regionen qualifizierte.
Resümee zu den Chemnitzer Begegnungen
„Heimat und Fremde“ war das Thema der Diskussionsveranstaltung am 19. Oktober 2008 im Chemnitzer DASTietz. Die spannenden Biographien der Diskutanten zeigten, dass die Offenheit für Neues, eine wohl austarierte Urteilsfähigkeit und ein Bewusstsein für die prägende Rolle der eigenen Herkunft wichtige Voraussetzungen für ein „gelingendes Leben“ sind. Dabei waren die Kontraste durchaus groß: Jürgen Uwe Ohlau, Vizepräsident des Sächsischen Kultursenats, verbrachte viele Jahre im Ausland, von Schweden über Indien bis nach Amerika; Heidemarie Lüth hingegen beschrieb ihre Erfahrungen mit Sachsen und dem fehlenden Stralsunder Zugang zum Meer. Heimat indes ist für beide der Ort, wo man angenommen wird, sich wohl fühlen kann, aber auch gebraucht wird. Weitere Gesprächsteilnehmer/innen waren die Leipziger Schriftstellerin Martina Hefter, der stv. Leiter des Landesjugendamtes Sachsen, Bernd Heidenreich, sowie der Ethnologe Prof. Dr. Dieter Kramer aus Frankfurt. Durch den Nachmittag führte Tobias J. Knoblich .
Infoservice